Fällung am Steilhang in Wuppertal

Wuppertal

Die Baustelle begleitete uns teilweise in den zwei Wochen vor dem Termin bis in den Schlaf. Dies lag zum einen am Schwierigkeitsgrad der Aufgabe und zum anderen darin, dass vier unserer Mitbewerber diesen Auftrag an dem fast senkrechten Hang abgelehnt hatten.
Eine Kranfällung und -bergung wie in Düsseldorf oder Solingen war nicht möglich, da eine Anfahrt eines 48 t Mobilbaukrans nicht möglich war und zudem die einspurige und stark befahrene Einbahnstraße hätte voll gesperrt werden müssen.
Zusammen mit dem Kölner Seil Kommando entwickelten wir ein alternatives Konzept, dass der besonderen Gefahr durch Steinschlag gerecht wurde.

Am 04.12. begannen die Arbeiten etwas verzögert, da leider erst noch Falschparker abgeschleppt werden mussten, die die rechtzeitige aufgestellte Beschilderungen missachteten. In der besprochenen Gefährdungsermittlung wurde explizit auf die Gefahr durch Steinschlag hingewiesen.
Zuerst musste in einem Fenster des 4. Stocks des Hauses eine Türtraverse zur Befestigung einer Rolle montiert werden. Daran wurde ein Zugseil (gelb-schwarz) über den Steilhang auf das gegenüberliegenden Grundstück geführt. Am einen Ende wurde eine Riggingplatte eingeknotet. Das Ablassseil (grün), mit dem die fallenden Kronenteile abgebremst und aufgefangen wurden, wurde ebenfalls in die Platte eingeknotet. Mittels der Hirtenschlinge, eine eigens von uns gespleißten Schlinge, konnten dann die Kronen- und Stammteile mit der Riggingplatte verbunden werden. So wurde ein zügiger Ablauf gewährleistet.

Das Ablassseil lief klassisch durch eine zentrale Blockrolle, weiter in eine Umlenkrolle an einem Baum auf dem Nachbargrundstück. Dort befand sich auch eine Umlenkrolle für das Zugseil. Diese Rollen gewährleisteten den richtigen Winkel, mit dem das Ablassseil in das Bremsgerät und das Zugseil in eine Motorwinch lief. Nachdem also die Kronen- und Stammteile im Seil hingen, konnte das Zugseil mittels der Motorwinch auf Spannung gebracht werden und so die Last vom Hang weg und über den Hof gebracht werden. In der richtigen Position angekommen, konnten nun die Lasten über beide Seile abgelassen werden.

Der Höhenunterschied betrug teilweise um die 40 m. Im Hof des Hauses wurden die Bäume vom Baumdienst Küll und Bork-Baum weiter zerlegt und durch das Treppenhaus abtransportiert. Im Vorgang montierte Holzplatten vermieden Beschädigung im Treppenhaus und am Geländer des denkmalgeschützten Hauses.

Nach drei Tagen waren alle vier Bäume plangerecht ohne Schäden gefällt, zerlegt und verladen. Ebenso war ein etwa 10 m langes und 30 cm dickes abgebrochenes Teilstück eines Baumes auf dem Hang geborgen. Lediglich ein einziges Mal wurde durch einen großen Kronenteil ein Stein im Hang in Bewegung gebracht. Ein rechtzeitiger Warnruf verhinderte, dass dieser Stein jemanden vom Bodenpersonal im Hinterhof traf.